Andacht zum Sonntag Exaudi am 24. Mai 2020

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Mitwirkende

  • Glockengeläut: Michael Schüssler
  • Orgel: Tobias Berndt
  • Liturgie und Predigt: Pfarrer Thomas Jabs
  • Redaktion und technische Bearbeitung: Joachim Hübener

Glockengeläut

Orgelvorspiel

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Andante aus der 3. Sonate in A-Dur, op.65

Begrüßung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.   Amen

Psalm 27

Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? ... 4 Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten. 5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, / er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. 7 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir! 8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: / »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. 9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils! 10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf. ... 13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. 14 Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!

Predigttext  - 31. Kapitel des Jeremiabuches

„31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, 32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“

Orgelmusik

Johann Christoph Kellner (1736-1803)
Trio C-Dur

Predigt

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

 

Liebe Gemeinde!

In diesen Wochen wird oft ein Gedanke wiederholt:

Wenn alle Beschränkungen aufgehoben sein werden, dann wird es nicht wieder so werden wie vorher. Es wird anders werden.

So ist es immer mit einschneidenden Erfahrungen. Das kennen wir im persönlichen Leben. Das gilt genau so für Gemeinschaften. Im Jeremiabuch ist es für das jüdische Volk aufgeschrieben. Für uns Christen ist dieses Wort schon im Neuen Testament zitiert und fruchtbar geworden.

Es wird anders werden. Im Moment ist eine der dringendsten Fragen im Blick auf die Einschränkungen:

Wann wird es anders werden?

Im Moment gibt es darauf viele und unbestimmte Antworten.

Unbestimmt klingt es auch im Predigttext:

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR,

 

Es wird keine genaue Zeit angegeben. Sicher ist nur, dass diese Zeit kommen wird. Diese Sicherheit ist hilfreich in Zeiten in denen nichts sicher scheint. Es kommt die Zeit!

Viele Christen sind über die Jahrhunderte überzeugt: diese Zeit ist ein für alle mal gekommen, als Jesus von Nazareth lebte, starb und auferstand. Das ist richtig in der Geschichte Gottes mit uns Menschen, der Menschheit.

Dieser eine hatte Gottes Gesetz im Herzen, in seinem Sinn, in allen seinen Taten. Dieser eine hat alle Missetat vergeben, so dass Gott ihrer nicht mehr gedenkt.

Dafür sei Gott und Christus Dank von ganzem Herzen. Er hat damals Menschen im Herzen angerührt mit seinem Leben. Sie haben selbst Gottes Gesetz in Herz und Sinn gehabt und es gelebt.

Von seinen Jüngern, den Aposteln wissen wir auch: Nach Ihrem Leben mit Jesus war es nicht mehr so wie vorher. Sie waren verändert, Ihr Leben wurde ein anderes. Und wir wissen es gab sehr wohl noch Missetat und nicht immer Gottes Gesetz in Herz, Sinn und Tat. Das gilt erst recht für die Geschichte unserer Kirche. Und auch für uns.

Gleichzeitig gilt uns die Verheißung des Jesaja und das Heil Jesu Christi. Immer wieder wendet sich Gott direkt an und in unser Herz. Immer wieder macht er uns neu stellt uns in neue Situationen und schenkt ganz neues Heil. Hin und wieder gelingt es uns es dankbar anzunehmen in unseren Herzen und es in die Tat umzusetzen. Darin gilt das Wort des Jesaja Juden und Christen gleichermaßen. Gott wendet sich uns zu immer wieder. Hin und wieder erreicht er mit seinem Gesetz, mit einer Situation unser Herz als Mensch oder als Gemeinschaft. Diese Sternstunden bleiben uns in Erinnerung und verändern uns. Damit dürfen wir auch jetzt rechnen.

Siehe es kommt die Zeit, siehe es gibt jetzt Momente, in denen Gott uns im Herzen erreicht mit dem, was geschieht. Und wir erleben, wir entscheiden, wir handeln voller Vergebung und zum gemeinsamen Heil, das Gott uns jederzeit schenken will. Amen.

Gebet

Ewiger, barmherziger Gott, du sprichst und alles wird neu.

Dein Wort verwandelt die Welt.

Schreib dein Gesetz in die Herzen deiner Menschen.

Sende deinen Heiligen Geist in unsere Mitte.

wir bringen die Mächtigen dieser Welt vor dich:

ihre Entscheidungen, ihre Interessen, ihre Verantwortung.

Sieh auf alle, die mit Sorgen verfolgen, was in diesen Wochen geschieht.

Schreib dein Gesetz in die Herzen der Mächtigen.

Gott des Lebens, du Barmherziger,

wir bringen die Leidenden dieser Welt vor dich:

ihre Schmerzen, ihre Hoffnungen, ihre Sehnsucht.

Sieh auf alle, die um ihre Verstorbenen weinen.

Sieh auf alle, um die sich niemand sorgt.

Schreib dein Gesetz in die Herzen aller,

die anderen ihre Liebe schenken, ihre Zuwendung, ihre Sorge.

Mache die stark, die für andere da sind.

 

Gott des Lebens, Wort der Wahrheit, wir bringen deine weltweite Kirche vor dich: ihr Zeugnis, ihre Zweifel, ihren Glauben. Sieh auf alle, die sich um dein Wort und Sakrament versammeln. Sieh auf unsere Gemeinde. Begeistere uns.

Bewege uns. Segne uns.

Schreib dein Gesetz in unsere Herzen.

Das bitten wir im Vertrauen auf Jesus Christus, deinen Sohn,

unseren Bruder und Herrn. Mit seinen Worten beten wir:

Vaterunser

Vater unser im Himmel!

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

Segen

Der Herr segne dich und er behüte dich,

der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig

der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen

Orgel

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Allegro maestoso e vivace aus der 2. Sonate in c-Moll, op.65

Glockengeläut


Kollekte

24. Mai 2020 – Sonntag Exaudi

Bitte beachten Sie gesonderte Information dazu auf unserer Webseite.

Autor: 

Pfarrer Thomas Jabs

Datum: 
Sonntag, 24. Mai 2020